Rezension: Hundert Jahre ungeküsst von Gabriella Engelmann

Basics:

Titel: Hundert Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3-401-06489-5
Preis: 13.99
Seiten: 280

Cover:


Ich würde dieses Cover als ein typisches Arena Cover bezeichnen. Was mir besonders gut an diesem Cover gefällt sind die Rosenranken die sich überall herum Schlägeln. Aber rein vom Cover her würde ich bei diesem Buch nicht zugreifen.

Dem Cover gebe ich:

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Klapptext:

Rosalie ist glücklich: Gerade ist sie von zu Hause ausgezogen, hat ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau angefangen und sich verliebt. Das Problem: Auf Rosalie lastet ein Fluch und ihr siebzehnter Geburtstag soll in einer Katastrophe enden. Kein Grund zur Panik, denkt Rosalie, denn sie glaubt nicht an Märchen – zumindest bis zur Nacht vor ihrem Geburtstag, als sie das verbotene Turmzimmer des Schlosshotels betritt.

Man kann schon am Klapptext sehen das sich hier irgendwo das Dornröschen Märchen versteckt. Da ich eigentlich viel zu alt bin für dieses Buch versuche ich den Klapptext mal aus der Sicher einer zwölfjährigen zu sehen, denn das ist die Altersempfehlung des Verlages und mit 12 wäre dieser sehr ansprechend gewesen. Als erwachsene erwarte ich ein Buch was sich für meine Begriffe leicht wegelesen lässt. Mal sehen ob es auch so war Zwinkerndes Smiley

Mein Mützenwertung ist hier:

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Meine Meinung:

Ich muss hier mal eins klarstellen, ich weiß bis heute nicht wie dieses Buch in mein Regal kam, keine Ahnung wer es dort rein gestellt hat. Vermutlich eine Fee… und durch die Arena Aktion habe ich mich dran erinnert das dieses Buch noch auf meinen SuB steht (den hatte ich kurz davor ausgemistet und dabei habe ich es entdeckt). Aber nun mal zur Geschichte. Die Story ist schlüssig und wunderschön geschrieben. Der Stil ist nicht zur für 12 jährige geeignet sondern auch für 30 jährige. Was ich besonders lustig fand sind die Namen. Rosalie Dorn und Rene Prinz, ich musste doch ein wenig schmunzeln, denn bei den beiden war sofort klar wen sie verkörpern sollten, aber das war es eh, denn vorne werden alle vorgestellt die in dieser Geschichte eine Rolle spielen. Das fand ich einerseits gut, anderseits auch nicht, denn ich liebe es die Charaktere in einem Buch selbst kennen zu lernen und zu entdecken. Das fiel hier ja leider weg…

Bevor ich jetzt zum negativen komme (und davon gibt es eine menge) möchte ich eins noch gesagt haben, das Buch ist wundervoll und auch wenn ich jetzt viel “schlechtes” schreibe solltet ihr es unbedingt lesen, denn es ist eine neue, tolle Interpretation von Dornröschen. Aber nun zu den Negativen.

Also was mir als erstes auffiel war folgendes, nämlich das ende, ich will wissen wie es weiter geht, sind die beiden am Ende zusammen? Was wird aus Rosalies Eltern und allen anderen? Man erfährt fast nichts! Ok, man kann sich dadurch selbst seine Gedanken machen, aber ich finde es immer schön wenn ich weiß was die Autorin für die Protagonisten am ende bereit hält. Mir kam das Ende auch zu schnell, die Zeit nach 100 Jahren… ich hätte gerne mehr über die Zeit erfahren…

Noch ein paar dinge sind mir leider aufgefallen, bzw. schon nach den ersten Seiten (Achtung ab hier kommt nur noch Ironie!) , die Geschichte war mir zu vorhersehbar denn ich kannte die Geschichte schon, meine Mutter hat die mir früher abends oft vorgelesen, auch meinem Märchenbuch aus 1973, also einfach ein alter Schinken im neuen Gewand! Und sie ist nicht die erste die der Geschichte ein neues Gewand gibt, nein ich habe mir mal die Urfassung raus gesucht (die ist übrigens noch in einer altdeutschen Sprache geschrieben und wäre von jedem Lektor heutzutage abgeschmettert worden mit der Bemerkung das jeder in der 4. Klasse schon besser schreibt) und da ist mir aufgefallen das der Prolog falsch ist. Frau Engelmann schreibt:

Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag “Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!”, und kriegten immer keins. Da trug es sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr Sprach: “Dein Wunsch wird erfüllt werden ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.

Wie der Frosch gesagt hatte, so geschah es…”

Also das Frau Engelmann an sprechende Tiere glaubt habe ich schon mitbekommen, also kein Wunder das sie so plump von dieser älteren Fassung von Dornröschen abkupfert, während die Urfassung noch ein wenig mehr… ja was eigentlich, ich sach ja immer das die Gebrüder Grimm unter LSD gestanden haben müssen als die ihre Geschichten geschrieben haben… und habe es Frau Engelmann ja auch schon mal “vorgeworfen”, aber die beiden Brüder sprengen alles, hier also die Urfassung:

Ein König und eine Königin kriegten gar keine Kinder, und hätten doch so gern eins gehabt. Einmal saß die Königin im Bade, da kroch ein Krebs aus dem Wasser ans Land und sprach: “dein Wunsch wird bald erfüllt werden und du wirst eine Tochter zur Welt bringen“.

Wir ihr seht, komplett anders, keine Frösche, ich weiß nicht wer die da mal rein gedichtet hat und den Krebs um seinen Platz gebracht hat und wo steht da bitte was von einem Jahr? Nirgends! Also was in aller Namen hat Frau Engelmann dazu gebracht nicht die Urfassung zu nehmen und statt dessen eine neuere Fassung? Ok, ich geb ja schon zu das ich das mit dem Krebs auch erst heute erfahren habe wo ich mir das gaaaanz alte Märchenbuch raus gesucht habe wo die Urfassungen drin sind, überall anders findet man nur Froschfassungen. (Also das mit dem Krebs hat mir besser gefallen, vor allen dingen hätte ja René Prinz ein Krebs sein können – also vom Sternzeichen her…)

Der Epilog ist wieder besser getroffen, die Sprache wurde nur etwas modernisiert, denn welcher Jugendliche versteht noch ward? Das überseh ich jetzt einfach mal.

Ab hier Ironie wieder bitte ausstellen, ja!?

Als gesamt Fazit muss ich sagen das diese Dornröschenfassung echt super gelungen ist, auch mit ihren kleinen Macken, ich liebe momentan leichte Lektüre da ich teilweise Probleme habe mich auf ein Buch zu konzentrieren, mit diesem Buch hatte ich keine Probleme und es in 2 Tagen durch, noch fragen?

Diesem Buch gebe ich daher ohne murren und knurren:

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Übrigens, ich muss jetzt mal schauen wann ich es schaffen kann mir mal die anderen “Märchenbücher” von Frau Engelmann zu besorgen und vor allen dingen zu lesen, denn ich bin jetzt angefixt,natürlich auch Rotkäppchen was ja auch bald raus kommt.

4 Gedanken zu “Rezension: Hundert Jahre ungeküsst von Gabriella Engelmann

  1. Ich habe auch noch zwei ungelesene „Märchen“ von Gabriella Engelmann hier stehen. Ich muss die möglichst bald lesen.
    Ja, Bücher sollte man nicht immer nur nach dem Cover aussuchen, aber ich nehme die Bücher auch meistens danach in die Hand. Der Mensch ist halt schon ein „Augen-Mensch“.

    lG Favola

  2. In der Buchhandlung wäre mir das Buch nie aufgefallen, wenn ich ehrlich bin, auch der Text hätte mich nicht angesprochen.
    Aber nach deinem Text zu urteilen, ist deinen Feengeschenk nicht schlecht, man sollte sich nicht immer von Namen und dem Aussehen täuschen lassen .
    Übrigens bin Ich mit dem Buch schon durch das Ich von Dir bekommen habe, es liegt jetzt bei meiner Tochter auf dem Nachttisch, meine Freundin hat auch schon Bedarf angemeldet ;o)

    Lg ins We
    Kerstin

    1. Es gibt immer wieder Bücher die echt total toll sind, obwohl man es ihnen „nicht ansieht“, man darf echt nicht vom äußeren aus gehen… aber es ist doch immer unbewusst der Kaufgrund Nr. 1 …

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