Rezension: Geschichten aus dem gefährlichen Königreich von J. R. R. Tolkien

Titel:Geschichten aus dem gefährlichen Königreich
Autor:J. R. R. Tolkien
Erscheinungsdatum:2012
ISBN:978-3-608-93826-5
Seitenanzahl:333
Verlag:Klett-Cotta

Klapptext:

Die »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« präsentieren Tolkiens beliebte Fantasy- und Abenteuer-Erzählungen. Die Printausgabe ist reich illustriert von dem bekannten Tolkienkünstler Alan Lee.
Diese fünf märchenhaften Geschichten aus einem Land jenseits von Mittelerde sind mit der Fantasie und Hingabe erzählt, die auch den Hobbit zu einem der beliebtesten Bücher gemacht haben. Tolkien ist ein meisterhafter Erzähler für Leser jeglichen Alters.

Fazit:

Die „Geschichten aus dem gefährlichen Königreich“ versammeln die fünf Erzählungen Tolkiens, die nicht in Mittelerde angesiedelt sind oder nur leicht mit der Welt verbunden sind, die er in seinem Hauptwerk zum Leben erweckt hat – „Bauer Giles von Ham“, das märchenhafte „Roverandom“, „Die Abenteuer des Tom Bombadil“, „Der Schmied von Großholzingen“ und das großartige „Blatt von Tüftler“, indem ein perfektionistischer Künstler vor lauter Detailtreue und Genauigkeit sein Werk einfach nicht fertiggestellt bekommt.
Die Geschichten sind alle schon einzeln erschienen, sodass diese Sammlung eingefleischten Tolkien-Fans inhaltlich nicht viel Neues bietet, aber die Neuauflage der „Geschichten aus dem gefährlichen Königreich“ wartet mit zauberhaften Bleistift-Illustrationen von Alan Lee auf und der Schutzumschlag ist so wunderschön gestaltet, dass dieses Buch ein echter Blickfang im Regal ist. Besonders viele Illustrationen findet man aber nicht. Eine einzige zu „Bauer Giles von Ham“, je eine zum Kapitelanfang und -ende in „Roverandom“ und in den „Abenteuern des Tom Bombadil“, sowie zwei im „Schmied von Großholzingen“ und in „Blatt von Tüftler“, wobei nur die wenigsten eine ganze Seite umfassen. Wer den detailreichen, feinen Zeichenstil von Alan Lee kennt, weiß, dass seine Illustrationen nicht für kleine Kinder geeignet sind, für die vor allem „Roverandom“, worin ein lebendig gewordener Spielzeughund Abenteuer auf dem Mond und auf dem Meeresgrund erlebt, aber geschrieben wurde. Allerdings ist mir bisher noch nie eine wirklich kindgerechte Ausgabe dieser Geschichte in die Hände gefallen. Die „Geschichten aus dem gefährlichen Königreich“ sind also ein Sammlerstück für Erwachsene.
Zu den einzelnen Geschichten:
Ich muss zugeben, dass „Bauer Giles von Ham“, „Der Schmied von Großholzingen“ und die Gedichtsammlung „Die Abenteuer des Tom Bombadil“ keine Saite in mir zum Klingen gebracht haben. Es sind fantasievolle, märchenhafte kleine Geschichten, die man sicher auch mal lesen kann, wenn sie schon mit in dem Buch abgedruckt sind, aber sie werden mir nicht lange im Gedächtnis bleiben. Bei „Roverandom“ und „Blatt von Tüftler“ sieht die Sache schon ganz anders aus!
„Roverandom“ wurde von Tolkien zum Trost für seine Kinder geschrieben, die am Strand ihren Plüschhund verloren hatten. Dieser erlebt nun fantastische Abenteuer und jagt sogar mit dem Hund vom Mann im Mond durchs All. Die Geschichte um den aufgeweckten kleinen Helden geht sehr zu Herzen und ist außerdem auch noch sehr lustig geschrieben. „Blatt von Tüftler“ ist im Gegenteil eine recht ernste Erzählung, die sehr eindringlich und mit Hilfe des Phantastischen ein menschliches Drama nachzeichnet, vor dem sich Tolkien selbst immer gefürchtet hat – sein Werk nicht mehr vollenden zu können. Obwohl die beiden Geschichten vollkommen unterschiedlich sind, haben mich beide sehr berührt, und es ist schön, sie endlich in einer gebundenen, illustrierten Ausgabe versammelt zu haben.

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