Geburtstagsinterview mit Steffen Bärtl

Ich hatte heute die große Ehre Steffen Bärtl an seinem Geburtstag interviewen zu dürfen.

Aber nicht nur sein Geburtstag ist heute, nein, heute ist auch sein neues Buch „Das Berlin Attentat erschienen“. Wenn ihr es bestellen wollt (und es lohnt sich!) könnt ihr das HIER tun.

Ich will hier nicht mehr zu viele Worte verlieren und lasse euch nun mit dem Interview alleine 😉

Vielen Dank das du dich heute, an deinem Geburtstag, für dieses Interview zur Verfügung stellst. Ich weiß das du gerade wenig Zeit hast da ja gerade dein neues Buch „Das Berlin Attentat“ erschienen ist.
Wo wir gerade schon bei deinem neuen Buch sind, wenn du mal nicht den Klapptext zitieren „darfst“ was würdest du sagen worum es geht?

In „Das Berlin Attentat“ geht es um eine mysteriöse Akte, der Hartmann in die Hände fällt, als er die Witwe eines alten Freundes besuchen will. Hinter dieser Akte sind die Geheimdienste VEVAK und MOSSAD her, die in Berlin operieren. Die CIA und der ICIS agieren von Berlin aus und wollen Hartmann als externen Untersuchungsermittler über das Auswärtige Amt bekommen, damit er die Fakten und Details einer möglichen Flucht aus Guantanamo herausfindet. Aufgrund der Akte ist Hartmann des-konzentriert und muss sich mit den orientalischen Geheimdiensten herumschlagen, die seine Frau entführt und seine Kinder bzw. seine Eltern in Torgau als Geiseln halten.
Wie kommst du immer auf die Ideen zu deinen Büchern?

Ich überlege mir im Vorfeld, wo könnte die nächste Handlung spielen. Der Handlungsort sollte schon ein wenig für Spannung sorgen, wenn man die Geschichte einer Stadt kennt. Nach Afrika, kam für mich nur eine Stadt in Frage – BERLIN. Am Anfang ist mir da noch nicht so klar, wohin mich die Story bringt. Da ich mit jede Handlung, wie einen Kinofilm vorstelle, kann ich ganz gut Szene an Szene setzen, um einen gewissen Spannungsbogen zu erzeugen. Es mag zwar ungewöhnlich sein beim „Buch“, aber es scheint zu funktionieren.
Die Ideen kommen manchmal beim Schreiben, wie von alleine – dabei stelle ich mir die Frage, wie oder wohin kann ich meine Figuren lenken, um genau diese Idee ins Buch einzubinden.
Deine Themen sind ja immer sehr aktuell, wie gehst du da immer an die Recherche heran? Nur Nachrichten schauen wird da doch sicherlich nicht reichen?

Das stimmt! Nachrichten schaue ich nur dann, wenn ich auch mal Zeit habe. In den letzten Jahren habe ich kaum eine Fernsehsendung oder Film gesehen, weil a) ich es schon kannte, b) die deutschen Nachmittagssendungen zu langweilig und stumpfsinnig sind oder c) weil ich einfach kaum dazu komme.
Meine Recherche bezieht sich teilweise auf logisches Denken, Kombinationsgabe und Schlussfolgerungen über Themen, die ich über Dokumentationsmaterial im Internet durchlese oder von bestimmten Ereignissen, die gesondert beschrieben stehen.
Woher nimmst du das „wissen“ über die Geheimdienste? Die werden dich doch sicherlich nicht einfach einladen und sagen „Herr Bärtl, klar verraten wir Ihnen alles, egal ob es um unsere Räumlichkeiten geht oder unsere Arbeitsweise.“ Oder bist du etwa gar kein Altenpfleger?

Es wäre schön um die Welt zu fliegen, Orte kennen lernen, Sprachen zu beherrschen und ein halber McGyver und James Bond zu sein. Da ich dass aber nur in meiner Phantasie und beim Schreiben der Bücher tun kann, bleibt es nur ein schöner Gedanke.
Ich arbeite nach wie vor, als Altenpfleger in der K&S Seniorenresidenz Torgau und du hast Recht, ich bekomme keine Einladungen von Geheimdiensten zugeschickt. Wenn es um Räumlichkeiten geht, da schaue ich schon einmal genauer auf die Webseiten der jeweiligen öffentlichen Amtsträgern. z.B. die US-Botschaft unter der Leitung von Botschafter Murphy. Auf einigen Pressefotos hat er sich in seinem Büro ablichten lassen, als er seinen Vorgänger abgelöst hatte.
Um über die Arbeitsweise von Geheimdiensten, basiert das einfache Wissen, dass Geheimdienste vorwiegend mit Informationen arbeiten vollkommen aus. Wie gelangt man zu Informationen? Über Maulwürfe in anderen Organisationen oder Doppelagenten. Vor allem aber bezieht man Informationen oder Des-Informationen durch das Durchforsten des Internets, das Hacken von Webseiten, durch Telefonate und ein Teil durch Analysieren von Fakten – ähnlich, wie ein Kommissar in einem Mordfall.
Wie gehst du an das Schreiben heran? Was entwickelt sich zuerst?

Im ersten Schritt überlege ich mir, welches Thema ich behandeln möchte. Nach Schiffskatastrophe, Terror in Europa, Problematik in Afrika, sollte es etwas anderes sein, was genauso fesselt und wichtig ist, davon einmal gehört zu haben.
Als zweites entwickelt sich die Grundidee – diese schreibe ich mir im Vorfeld Stichpunktartig auf, um später, wenn die Zeit gekommen ist, wieder in die Story eintauchen zu können. Der dritte Schritt ist die Handlungsorte unter die Lupe zu nehmen – stehen sei einmal fest, heißt es recherchieren. Das Ansehen von Straßenkarten ist genauso hilfreich, wie das Betrachten eines Fotos. Anschließend folgt zur eigenen Motivation zum Schreiben, das Erstellen eines Arbeitscovers. Meistens wird das Cover dann auch verwendet.
Beim Schreiben schließlich, wird nach heimischen Namen recherchiert und kombiniert. Wenn ich mir vorstelle, welcher Schauspieler einmal diese Person verkörpern könnte, so beschreibe ich dessen Aussehen, um im Vorfeld einen Erkennungswert der Person, eine Art Sympathie oder Antpathie zu erzeugen.

Das Buch ist ja eine weitere Fortsetzung der Hartmann Reihe! Kann man denn, deiner Meinung nach, dieses auch Lesen ohne die anderen zu kennen oder fehlt es dann an zu viel Hintergrundwissen?

Bei den ersten drei Büchern „Geheimnis der Osiris“, „Sturm des Orients“ und „Keim der Furcht“ sind die Geschichten unabhängig voneinander und haben, bis auf den Protagonisten nichts gemein. Dennoch kann es passieren, das kleine Details, die dem Leser sehr wichtig sind und nachdenklich machen, verborgen.
Mit „Das Berlin Attentat“ sieht das Ganze etwas anders aus, da es um eine komplexe Handlung geht, die sich über 5 Büchern erstrecken wird. Dieser Handlungsstrang bzw. Thema sind das iranische Atomwaffenprogramm und die Flucht von Terroristen aus Guantanamo. Aus diesem Grund sollte man mit jedem Buch am Ball bleiben, um zu wissen, wie es weiter geht.
Dein neues Buch kommt ja im „Sachsens Imperia Verlag“ heraus. Dieser Verlag wurde ja von dir gegründet. Wird es in naher Zukunft dort mehr Bücher geben? Und vor allen Dingen, wie können Autoren bei dir veröffentlichen?

Ja, der „Sachsens Imperia Verlag“ wurde von mir am 1. Mai diesen Jahres gegründet. Wie jede Firma oder Organisation ist der Anfang sehr schwer. Man muss sich umorientieren und herausfinden, welche Wege man als Verleger alles gehen muss, um sein Ziel zu erreichen. Erst nach Jahren wird sich auch ein gewisses Maß an Erfolg verzeichnen lassen. Autoren können mich jederzeit über die Verlagswebseite anschreiben, ebenso Buchhändler oder Leser, die ein Buch bestellen möchten. Diese Bestellungen leite ich dann weiter. Vorwiegend können Autoren über zwei Formate publizieren: Ebook und Paperback.
Wirst du denn auch selbst bald dort wieder etwas veröffentlichen?

Geplante Veröffentlichungen über den „Sachsens Imperia Verlag“ wird es erst im 1. Quartal 2013 geben. Der Jugend-Abenteuer Roman „Der magische Brunnen der Zeit“ wird wahrscheinlich zum 1.Februar 2013 erscheinen und die Hartmann Fortsetzung „Die Sankt Petersburg Verschwörung“ zum 1. April 2013.
Da bleibt mir, als Autor, genug Zeit an meinem ersten Krimi zu schreiben und mich auf Recherche-Reise nach Wien zu begeben, um den nachfolgenden Hartmann Roman zu ersinnen.

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