Der Trend zum selber machen – nur aus Nostalgie – eine Antwort auf einen Onlinezeitungsbericht

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Manchmal hat es etwas gutes Blogger zu sein. Man kann zu einer Sache los etwas werden – egal ob andere das wollen oder nicht.

Heute ist so ein Tag, denn vor einiger Zeit las ich einen Artikel. Ich weiß gar nicht mehr wo genau (ich glaub die Gratisonlineausgabe einer Zeitung mit 4 großen Buchstaben – ja da schau ich auch mal rein, ich gebe es zu), es ging um den Trend das viele wieder vieles selber machen. Egal ob Basteln, Handarbeiten, Gärtnern oder auch kochen. Viele Menschen leben bewusster, machen aus alten Dinge neue. Dort wurde gemutmaßt das dieser Trend auf der „früher war alles besser“ Welle, die ja eigentlich immer ist, beruht. Klar war früher alles besser, ist doch klar. In 4 Wochen sagen wir das auch schon über heute, aber es gibt auch Dinge die früher wirklich besser waren. Nur das wir es da vielleicht noch nicht so gesehen haben.

Ich will euch mal ein paar Beispiele geben was ich damit meine. Nehmen wir mal Handarbeiten, Stricken und Häkeln ist wieder groß. Warum? Nicht nur weil es ein tolles Hobby ist und man an Ende was davon hat. Nein, vielmehr ist es so das dass was man da schafft oftmals qualitativ hochwertiger ist als die Industrieware die man sonst kaufen kann. Auf nähen, Basteln etc. kann man es genauso ummünzen. Zudem sind diese Sachen Unikate, man kann das erschaffen was man will und mit den Materialien mit denen man möchte. Einige haben daraus ein Geschäft gemacht und bieten auf Portalen wie z.B. Dawanda ihre selbstgemachten Dinge an. Auch ich liebe es dort zu stöbern, gerade beim Schmuck oder auch bei all den Dingen die wenn man Buch oder Lesen ein gibt heraus kommen.

Beim Essen, also einmachen, kochen etc. ist es vermutlich anders warum der Trend wieder mehr zum selbst gemachten als zum „Tüte auf, einrühren, fertig“ geht. In den letzten Jahren häuften sich die Lebensmittelskandale. Man hört fast wöchentlich etwas, verunreinigtes Essen wo Plastik etc. rein geraten ist, Hygienemängel, Fertigfutter was Dinge beinhaltet die man lieber nicht essen will, Fleischskandale egal ob bei Haltung, Herstellung oder wo auch immer. Wir Verbraucher werden doch immer mehr verunsichert was wir noch essen können und was nicht. Wo sind Geschmacksverstärker drin, Chemikalien die Appetit anregend wirken, Mittelchen damit etwas länger frisch bleibt und und und. Natürlich gab es das auch schon vor 20 Jahren, wir waren nur noch nicht so aufgeklärt wie heute. Schauen wir noch einige Jahre weiter zurück, wurde viel mehr selbst gemacht und dieser Trend kommt wieder. Denn nur so wissen wir wirklich was in unserem essen drin ist.

Gerade in diesem Bereich kann ich sehr gut von mir selbst berichten. Ich liebe es zu kochen und Dinge auszuprobieren. Leider habe ich nicht immer so die Zeit wie ich sie bräuchte. Aber ich versuche so viel wie möglich selbst zu machen. Egal ob Marmeladen, Butter, Kuchen, meine Sonntagsbrötchen, Brot, Apfelmus, eine Zeit lang gab es nur selbst gemachte Nudeln, und sogar an Leberwurst habe ich mich versucht. Auch „statt Fertigtüte“ mach ich gerne frische Bolognese, Gulasch und was weiß ich nicht noch alles. Zum versuche ich so bewusst wie möglich einzukaufen. Leider ist Fleisch vom Biohof leider nicht erschwinglich für mich, zumindest nicht dauerhaft. Auch bei Gemüse muss ich leider oft auf die Supermarktqualität zurückgreifen und doch versuche ich so viel wie möglich beim örtlichen Biohof zu kaufen, denn dem Gemüse sehe ich täglich beim wachsen zu, die Felder liegen direkt vor meiner Haustür und duften fast das ganze Jahr extrem verführerisch. Auch kaufe ich auf dem Wochenmarkt gerne „Vorzugsmilch“, also komplett unbehandelte. Meist nur am Samstag, denn in der Woche verbrauche ich zu wenig Milch. Ich könnte noch so viel von mir in Bezug auf dieses Thema erzählen, auch das ich gerne Stricken, wenn ich Zeit finde auch mal Filze und auch sonst gerne mein Hände was zu tun gebe.

Ich möchte aber jetzt nochmal auf den Eingang zurück kommen, nämlich das was in dem Artikel behauptet worden ist, das es was mit Nostalgie zu tun hat. Ja, es hat was damit zu tun, denn vieles war früher besser, vieles aber auch nicht, denn ab und an freue ich mich auch mal über eine Tüte oder ein Fastfoodrestaurant. Aber ich versuche, wie viele andere Menschen vermutlich auch, bewusster zu leben, damit meine ich nichts esoterischer, sondern einfach wissen zu wollen wo die Dinge des täglichen Lebens herkommen und was drin ist bzw. wie sie hergestellt worden sind.

Was haltet ihr von der DIY´s Welle und von der Aussage der Zeitung? Macht ihr auch gern was selbst und wenn ja was?

Ps. Heute war übrigens Erdbeertag. Erdbeertorte und Hamburger Rote Grütze warten darauf verzehrt zu werden. Natürlich beides selbst gemacht.


6 thoughts on “Der Trend zum selber machen – nur aus Nostalgie – eine Antwort auf einen Onlinezeitungsbericht

  1. Huhu :)
    Ich habe lange und mit Begeisterung meine Cremes, Badezusätze etc. selber hergestellt. Das ist erstens mal schöner für die Haut und man merkt erst mal, was für einen -sorry- Dreck man ansonsten so sich antut. Und nicht zu vergessen, man hat öfter mal wundervolle Geschenke :) Zumindest für die Leute, die das auch zu schätzen wissen!
    Mittlerweile ist es mir finanziell nicht mehr so möglich, die Inhaltsstoffe zu beschaffen, aber wer weiß, vielleicht wirds ja wieder, dann steh ich mit Hingabe wieder an den Töpfen in meiner Hexenküche!
    Aber ich nutze z.B. nur noch handgesiedete Seife, seit Jahren schon. Auch da ist der Unterschied frappant zu kommerziell hergestellter Seife, kein Vergleich eigentlich! Aber es gibt auch hier nur wenige, die das auch wissen, bzw. sich überhaupt drauf einlassen. Aber diejenigen verstehen einen wenigstens :)

    Ich bin aber vom Grund auf so, dass ich DIY immer schon wundervoll fand. Persönlicher. Einfach schöner, nicht so 08/15, das kann nämlich jeder, aber selbst kreativ werden, dazu gehört schon was. Wenn man sich mal umschaut, gibts da auch schon vor der ganzen Welle im Internet massig Leute, die das genauso sehen, obs handgemachte Kerzen, Karten, Kekse, Liköre, Taschen…whatever auch immer ist! Einfach wundervoll!

    Solche Sachen sind unbezahlbar eigentlich und haben bei mir einen sehr sehr hohen Stellenwert!

    Liebste Grüße
    Bine

  2. Hey und Hallo,

    es ist doch einfach schön wenn man etwas von eigener Hand macht, statt in den nächsten Laden zu rennen es zu kaufen.

    Habe mir zum Beispiel gerade eine Tasche für einen Reader gehäckelt.

    LG..Karin..

  3. Ich mache Seife selbst, aber das hauptsächlich, weil man sich da so schön kreativ austoben kann und das echte Pflegeschätzchen sind. Mit Nostalgie hat das glaub ich weniger zu tun ;-)

  4. Moinmoin,
    Ist ja lustig, gerade habe ich darüber nachgedacht, ob es einen Dawanda-Markt für künstlerische DIY-Unikat-Lesezeichen für Bücher gibt. Und dann sehe ich deinen offtopic-post hier. Ich würde allerdings DIY schon vom Bereich Lebensmittel trennen. Einmal gab es schon immer einen fließenden Übergang von Fertigessen zu selbstgemachtem – und mit orginären, unverfälscht organischen Zutaten gekocht und eingemacht wurde schon immer. DIY ist in meinen Augen aber klassisch der Bereich, wo man(n) selber Möbel bastelt und die Wohnung ausbaut, heute alles Mögliche selber herstellt, repariert oder anpasst und jetzt auch immer mehr das Abkoppeln von Konsumismus von Industrieprodukten (“Wegwerfgesellschaft”).
    Bei mir persönlich hat beim Essen das viele Selbermachen mit “non-processed food” nichts mit Nostalgie zu tun, sondern mit meiner Ernährungseinstellung. Und bei DIY habe ich festgestellt, dass es gar nicht so viel zu bauen, reparieren oder ummoddeln gibt, wenn man sich mal von den vielen unnötigen Sachen im Haushalt getrennt hat. Da bleibt dann mehr Zeit für DIY-Sachen wie meine Kunst-Buchlesezeichen.
    Selber machen hat auch den Aspekt des selbstbestimmter Seins und das ist eher eine Antwort auf die aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten als Nostalgie. Früher war nichts per se besser, und ein Vergleich lohnt nicht, denn wir leben jetzt.

  5. Hallo :) Ich bin da deiner Meinung. Ich mache auch sehr viel selbst, sei es in der Küche, beim Basteln oder bei Dekorationen usw. Aber auf der anderen Seite gibt es such Familien, bei denen beide Elternteile viel arbeiten und vielleicht nicht wirklich so viel Zeit für so etwas haben. Deshalb finde ich, jeder sollte so leben, wie es ihm gefällt. ;)
    Ganz liebe grüße, Nina ♥

  6. Hey!
    Ich denke, dass du es ganz gut auf den Punkt gebracht hast. Wir kochen auch viel mehr frisch als früher, ich fange an ein bisschen Gemüse anzubauen, wir kochen unsere Senfgurken und Kürbisse selber ein. Eben genau deshalb, da wir dann wissen, was wir alles reingetan haben und da nicht tausend Dinge drin sind, von denen man sich fragt, was die eigentlich darin sollen. Nostalgie… Ich weiß gar nicht, ob es damit unbedingt etwas zu tun hat. Als wir Kinder waren, also vor ca. 20 Jahren, da war es total üblich, dass (meine) Mutter Dutzende von selbst eingemachten Gläsern (Rotkohl, Bohnen, Kübisse, etc.) zuhause hatte. Da war es allerdings auch üblich, dass die Mutter zuhause blieb und somit also auch Zeit dafür hatte. Heute arbeiten wir beide 40 Stunden die Woche, da bleibt die Zeit für solche Dinge einfach auf der Strecke. Wenn man aber den Fettigkram (den ich auch gerne mal nutze, keine Frage) mit selbst frisch gekochten Mahlzeiten vergleicht, dann fängt man an, sich die Zeit dafür wieder zu nehmen, da es einfach auch wesentlich besser schmeckt.

    Ansonsten nähe ich noch ganz gerne. Ich bin noch nicht gut, aber mir gefällt, dass ich mir Kleidung machen kann, die sonst niemand hat.
    LG
    Yvonne

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