12 Fragen an Petra Schier

Meine heutigen 12 Fragen gehen an Petra Schier, der ich an dieser Stelle für die Beantwortung schon einmal danken möchte.

Ich möchte sie euch natürlich kurz vorstellen, für alle die sie nicht kennen sollten.

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte  Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.

Wenn ihr mehr über sie, oder ihre Bücher,  wissen möchtet findet ihr alle hier auf Ihrer Homepage, wo ich auch diese Info´s gefunden habe.

So aber nun die 12 Fragen…

12 Fragen an …

1. Welches war Ihr bisher erfolgreichstes Buch, was Sie bisher veröffentlicht haben?

Wenn man nach den Verkaufszahlen allein geht, dann ist mein erster historischer Roman, „Tod im Beginenhaus“ der erfolgreichste. Nun, er ist ja auch am längsten auf dem Markt. Allerdings möchte ich den Erfolg nicht auf ein einzelnes Buch reduzieren, sondern eher auf die gesamte Adelina-Buchreihe, deren erster Teil der genannte Roman ist.

2. Hätten Sie sich jemals träumen lassen das genau dieses Buch so erfolgreich werden würde?

Da diese Reihe ursprünglich gar nicht geplant war, hätte ich mir auch den Erfolg nicht träumen lassen.  Inzwischen hat meine Heldin Adelina mitsamt ihrer turbulenten Familie aber eine regelrechte Fangemeinde, und darüber freue ich mich ganz besonders.

3. Wann können wir etwas neues von Ihnen erwarten?

Ständig.
Nein, im Ernst, ich bin eine Vielschreiberin. Dieses Jahr sind bereits zwei historische Romane von mir erschienen („Der gläserne Schrein“, „Frevel im Beinhaus“), und im Oktober folgt dann noch ein neuer Weihnachtsroman („Vier Pfoten unterm Weihnachtsbaum“). Historisch geht es dann im April/Mai 2011 weiter. Außerdem habe ich Pläne für eine Krimi-Reihe sowie zeitgenössische Liebesromane, beides jedoch voraussichtlich unter einem Pseudonym. Es wird also auch zukünftig pro Jahr ca. drei neue Titel von mir geben.

4. Mögen Sie uns schon einmal ein wenig aus Ihrem neuen Buch verraten?

Aus welchem? 😉
Der Weihnachtsroman, der im Oktober erscheinen wird, ist eine romantische Liebesgeschichte mit Hund. Genau richtig vor die Adventszeit.
Und im Frühjahr 2011 wird der dritte Teil meiner historischen Roman-Trilogie um die Reliquienhändlerin Marysa Markwardt kommen („Das silberne Zeichen“). An diesem Buch arbeite ich gerade.
Die Vorschautexte kann man jetzt schon auf meiner Internetseite (www.petra-schier.de) lesen.

5. Wie entwickeln Sie die Charaktere? Steckt hier viel von lebenden Personen drin oder sind diese immer fiktiv und keiner lebenden Person nachempfunden?

Ich entwickele meine Charaktere immer aus einem Sammelsurium von Charaktereigenschaften. Sicher gibt es ab und an Parallelen zu lebenden Personen, da ich diese Eigenschaften jedoch immer mische, wird sich niemals jemand in meinen Figuren 1:1 wiederfinden. Interessant wird es für mich, wenn sich meine Figuren charakterlich weiterentwickeln, manchmal (nein, sogar sehr oft!), anders, als ich es erwartet hätte.
Deshalb würde ich sagen, meine Figuren sind immer fiktiv.

6. Ist es für Sie schwierig, auch mal eine Figur sterben zu lassen, und tut Ihnen das so weh, als ob Sie einen Freund verlieren würden? Oder sind es für Sie wirklich nur Romanfiguren?

Oh, es gibt schon einige Figuren, um die es mir leidgetan hat. Aber manchmal geht es einfach nicht anders; man muss hin und wieder eine Figur opfern. Bisher war es aber noch nie so schlimm, dass mir das Herz geblutet hätte. Dazu habe ich dann doch genug professionellen Abstand zu meinen Geschichten.

7. Wie kommen Sie auf die Geschichten in Ihren Büchern? Diese fallen in der Regel ja nicht vom Himmel?

Doch, bei mir schon. Jedenfalls kommt es mir manchmal so vor. Hin und wieder passiert es, dass mich eine Idee vollkommen unverhofft anfällt, und das in den unmöglichsten Situationen. Aber natürlich gibt es auch die unterschiedlichsten Auslöser: ein Lied, ein Film, eine Sequenz in einem Buch, eine Information, die ich bei einer Recherche entdecke …

8. Schreiben Sie erst einmal einfach drauf los oder lassen Sie sich beim Schreiben von der Geschichte führen? (Mal abgesehen von evtl. Nachforschungen die getätigt werden müssen.)

Drauflosschreiben geht gar nicht. Bevor ich mit einem Manuskript beginne, muss ich ja zunächst ein Exposé verfassen, um es meinem Agenten bzw. dem Verlag vorzulegen. Und darin sind die Haupthandlungsstränge ja bereits festgehalten. Diese dürfen sich zwar im Schreibfluss durchaus noch verändern, aber möglichst so, dass der ursprüngliche rote Faden noch erkennbar bleibt.
Auch ansonsten plane ich meine Geschichten sehr ausführlich, nicht nur, was die Recherche angeht. Ich lege mir Namenslisten an, die auch immer die optischen und die wichtigsten charakterlichen Attribute aller Figuren enthalten. Zu den Hauptfiguren entwerfe ich ausführliche Steckbriefe (Aussehen, Charakter, Vorlieben, Abneigungen etc.) sowie Lebensläufe.
Was den Verlauf der Geschichte betrifft, so vertraue ich allerdings auch immer meiner Intuition und dem Handeln meiner Figuren. Wenn sich beim Schreiben herausstellt, dass eine bestimmte Wendung oder eine Situation so nicht funktioniert, sondern besser anders, dann kämpfe ich nicht unnötig dagegen an, sondern akzeptiere es und schreibe so weiter, wie es mir am sinnvollsten erscheint. Oft wissen meine Figuren besser als ich, wie sie in einer bestimmten Situation zu reagieren haben. Bisher hat das für meine Bücher immer ausgezeichnet funktioniert.

9. Brauchten Sie viele Anläufe um einen Verlag für Ihre Bücher zu finden?

Im Grunde gar nicht. Ich bin schon mit meinem ersten Buch bei einem Agenten unter Vertrag gekommen, und dieser hatte das Manuskript innerhalb kürzester Zeit an Rowohlt vermittelt. Das klingt jetzt zu schön, um wahr zu sein, ich weiß. Und ganz so einfach war es dann doch nicht. Es hat etliche Jahre gedauert, bis es überhaupt zu dieser glücklichen Fügung kommen konnte. Jahre, in denen ich geschrieben und gelernt habe, in denen ich mit Eifer meine Autorenhomepage gepflegt und versucht habe, mit Kollegen und Kolleginnen aus der Buchbranche in Kontakt zu kommen. (Und Jahre, während derer ich meine Miete mit Nachhilfeunterricht bezahlt habe.) Das hat sich dann schließlich ausgezahlt.

10. Können Sie eigentlich noch ein Buch lesen ohne zu denken: „Oh, das hätte ich anders oder besser gemacht.“?

O ja, das kann ich schon. Aber es muss sich um ein Buch handeln, das tatsächlich sehr gut
geschrieben ist. Ich bin in den vergangenen Jahren äußerst wählerisch geworden, was meine
Lektüre betrifft.

11. Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade schreiben? Haben Sie noch einen Hauptberuf? Oder ist Schreiben ihr einziger Broterwerb?

Ich bin hauptberuflich Autorin und lektoriere nebenher noch hin und wieder für einen kleinen aber feinen Verlag in der Eifel, der Kinderbücher, Musik und Sachbücher verlegt. Das Schreiben und Entwickeln neuer Geschichten nimmt aber den Hauptteil meiner Zeit ein. In meiner Freizeit kümmere ich mich um meinen Mann, unseren Hund, das Haus und – sobald er mal angelegt ist – auch unseren Garten. Ich koche und backe sehr gerne, komme aber viel zu selten dazu. Und drei- bis fünfmal pro Woche trainiere ich in unserem kleinen Fitnessraum im Keller, damit mich das ständige lange Sitzen am PC nicht irgendwann mal meine Gesundheit kostet.
Puh, das klingt jetzt ein bisschen nach Daueraktivität.  Aber ganz ehrlich: Ich liebe es, auch einfach mal faul auf dem Sofa zu liegen und gar nichts zu tun. Und diesen Luxus gönne ich mir regelmäßig, sonst könnte ich wohl nicht so viele Geschichten pro Jahr schreiben. Das ist nämlich manchmal ein Knochenjob.

12. Was muss hier noch unbedingt gesagt werden? Hier haben Sie den Platz dafür.

Eines muss unbedingt noch gesagt werden: Ich danke allen meinen Leserinnen und Lesern, denn ohne sie wäre ich wohl brotlos. Für sie schreibe ich meine Bücher, und ich freue mich immer sehr, wenn ich Feedback (oder auch Fragen) erhalte, ob nun über das Kontaktformular auf meiner Homepage, in meinem Forum, über Twitter oder Facebook. Ich antworte immer, wenn es manchmal auch ein bisschen dauert, wenn ich gerade mal wieder im Schreibstress bin.

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