12 Fragen an Markus Walther

Heute ist der 2. Frage Freitag, daher hier nun mein zweiter Autor der sich lieberweise dazu bereit erklärt hat diese 12 Fragen zu beantworten.
Heute ist es Markus Walther
Markus Walther
Wer ist dieser Markus Walther überhaupt?

Markus Walther, geboren 1972 in Köln, lebt seit 2006 mit seiner Frau und zwei Töchtern in Rösrath. Als ausgebildeter Werbetechniker begeisterte er sich bald für die Schriftgestaltung und machte sich 1998 als Kalligraph selbstständig.

Neben dem Hobby der Malerei entwickelte sich das Schreiben. Der Schwerpunkt seiner schriftstellerischen Arbeit liegt im Bereich der Kurzgeschichten, in denen er genreübergreifend heitere wie ernste Themen umsetzt.

Als ich die Antworten gelesen haben musste ich diverse male schmunzeln, ich hoffe euch wird es genauso gerehen ;)

So aber nun zu den Fragen:

12 Fragen an Markus Walther

 

 

1. Welches war ihr bisher erfolgreichstes Buch, was Sie bisher veröffentlicht haben?

Bislang habe ich nur ein Buch veröffentlicht: „Gute und böse Nachtgeschichten“.

Im September erscheint mein zweites Buch mit dem Titel „Kleine Scheißhausgeschichten“.

 

2. Hätten Sie sich jemals träumen lassen das genau dieses Buch so erfolgreich werden werden würde?

Den Erfolg meines Erstlings sehe ich in erster Linie darin, dass ich wirklich ein Publikum erreichen konnte. Eigentlich hatte ich bis dahin immer nur für mich selbst geschrieben. Ich hätte nie ernsthaft daran geglaubt, dass sich dafür ein Leser oder ein Verlag finden würde.

Dass ich trotzdem meine Geschichten eingeschickt habe, ist meiner Frau zu verdanken.

 

3. Wann können wir etwas neues von Ihnen erwarten?

Wie gesagt: Im September erscheint das Buch „Kleine Scheißhausgeschichten“.

Außerdem erscheint zur Zeit 14-täglich auf www.globaltalk.de meine eigene kleine Literatur-Kolumne „Reden wir über …“

Meine nächsten Projekte laufen zur Zeit unter den Arbeitstiteln „100 Seiten von Pandora“ und „EspressoProsa“. Erste Leseproben findet man auf meiner Autorenhomepage.

 

4. Mögen Sie uns schon einmal ein wenig aus Ihrem neuen Buch verraten?

Kleine Scheißhausgeschichten“ sind eine Lokuslektüre für die Augenblicke der Muße …

– für das Örtchen, wo man sich einfach mal Zeit nehmen muss.

Die 66 Kurz- und Kürzestgeschichten sind ein Streifzug quer durch die Genres der Literatur. Alltägliches, ein Hauch Grusel, etwas SciFi und viel Humor, manchmal profan, manchmal nachdenklich. Es dürfte für jeden was dabei sein.

 

5. Wie entwickeln Sie die Charaktere? Steckt hier viel von lebenden Personen drin oder sind diese immer fiktiv und keiner lebenden Person nachempfunden?

Das kommt wirklich ganz darauf an. Bei Protagonisten „von nebenan“ fließen häufig persönliche Erfahrungen mit ein. Wenn ich aber von Elfen, Engeln und Dämonen schreibe, ist das natürlich nicht mehr möglich. Meine Lieblingsfigur ist „Gevatter Tod“, dem ich persönlich -gottlob- noch nicht begegnet bin.

(Obwohl eine Unterhaltung mit ihm recht interessant sein dürfte:

Mann, was hast Du einen Mist über mich geschrieben!“

Oh, sorry. In Zukunft werde ich es besser machen.“

Welche Zukunft?“)

 

6. Ist es für Sie schwierig auch mal eine Figur sterben zu lassen und tut Ihnen das so weh als ob Sie einen Freund verlieren würden? Oder sind es für Sie wirklich nur Romanfiguren?

Da ich Kurzgeschichten schreibe, wachsen mir die einzelnen Figuren nicht so sehr ans Herz. Ich muss nicht um sie weinen, wenn sie ableben. Im Gegenteil: Angefangen bei einer Fliege bis hin zur gesamten Menschheit, habe ich so ziemlich alles schon mal sterben lassen, was mir unter die Schreibfeder gekommen ist.
Das macht mir, ehrlich gesagt, sogar sehr viel Spaß.

 

7. Wie kommen Sie auf die Geschichten in Ihren Büchern? Diese fallen in der Regel ja nicht vom Himmel?

Doch! Inspirationen fallen vom Himmel. Vermutlich stehe ich meistens an der richtigen Stelle. Autsch! Schon wieder eine. Voll ins Auge …

 

8. Schreiben Sie erst einmal einfach drauf los oder lassen Sie sich beim Schreiben von der Geschichte führen? (Mal abgesehen von evtl. Nachforschungen die getätigt werden müssen)

Ja und ja. Beides. Fast jeder Plot lässt sich für mich in drei Sätze zusammenfassen. Der Rest ist kreatives Handwerk. Manchmal sind Geschichten aber auch recht widerspenstig und eigenwillig. Dann kommt was ganz anderes heraus.

 

9. Brauchten sie viele Anläufe um einen Verlag für Ihre Bücher zu finden?

Nein. Das erste Buch kam fast auf Anhieb unter. Das zweite Buch brauchte nicht viel länger. Bei so viel Glück sollte ich vermutlich mit Lotto anfangen. Vernünftige Verlage zu finden ist für Autoren wahrhaftig zum Glücksspiel geworden. Ich betrachte mich diesbezüglich als Gewinner.

 

10. Können Sie eigentlich noch ein Buch lesen ohne zu denken:“Oh, das hätte ich anders oder besser gemacht.“?

Wenn ich ein wirklich packendes Buch lese, vergesse ich das Handwerk. In eine Handlung richtig eintauchen zu können, ist wunderbares Kopfkino. Die besten Bücher bieten weitaus mehr als HD und Dolby Surround. Phantasie ist etwas wunderbares!

Manchmal lässt mich auch ein Text neidvoll innehalten. Dann sage ich mir: „Verdammt, die Idee hätte ich auch gerne gehabt.“

 

11. Was machen Sie wenn Sie nicht gerade schreiben? Haben Sie noch einen Hauptberuf? Oder ist Schreiben ihr einzigster Broterwerb?

Schreiben als Broterwerb? Dann müsste ich wohl Romane schreiben. Die Kurzgeschichte ist eine Literaturgattung, die im deutschsprachigen Raum leider viel zu wenig Beachtung bekommt. Es wäre schön, wenn ich eine Lanze für diese Prosaform brechen könnte, denn keine andere Art zu schreiben, kann so experimentell und trotzdem unterhaltsein sein.

Mainstream gibt es doch wirklich schon genug.

Meine Brötchen verdiene ich als Kalligraph.

 

12. Was muss hier noch unbedingt gesagt werden? Hier haben Sie den Platz dafür.

Tja, was muss gesagt werden?

Wer weiß, wie lange es Kurzgeschichten noch gibt. Sie sind in der Verlagswelt vom Aussterben bedroht und brauchen viele helfende Hände.

Erschafft ihnen ein kleines Biotop!

Sie fühlen sich besonders wohl in Bücherregalen, auf dem Nachttisch (oder vielleicht auch auf dem stillen Örtchen). Beim häufigen Besuch im ortsansässigen Büchergeschäft, kann es vorkommen, dass sie sich vermehren. Besonders gut gedeihen sie auch auf Lesungen.

… oder in den Händen eines neugierigen Lesers.

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